Die Geschichte des Karate

Karate ist eine ostasiatische Kampfkunst mit jahrhundertealten Wurzeln. Übersetzt bedeutet Karate-Do soviel wie "der Weg der leeren Hand". D.h. der Karatekämpfer ist waffenlos, seine Hand ist leer. Karate ist ein komplexes Kampfsystem, in dem sich der Mensch ein Leben lang entwickelt und das ursprünglich als Kriegskunst ausgeübt wurde. In der klassischen Form war es eine effektive und oft sogar tödliche Waffe, da der Gegner mit einem Schlag bzw. Fußtritt Kampfunfähig gemacht werden konnte.

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das klassische Karate-Do eine exklusive, ja geheim gehaltene Kampfkunst. Das klassische Karate ist aber viel mehr als "nur" eine Kampfkunst. Es kennt zwar eine Vielzahl an wirksamen Selbstverteidigungstechniken, aber es hält den Übenden auch zur Selbstvervollkommnung an und weist ihm den Weg zu diesem Ziel. Karate war zu allen Zeiten mit der geistigen Schulung der Kämpfer verbunden, mit der Achtung des Gegners und mit dem Training von Geist und Körper.

Ein der Hauptrichtungen des Karate ist die klassische Schule des Goju-Ryu, die sich auf Okinawa herausbildete.

Als Begründer des Goju-Ryu Stils gilt Chojun Miyagi (1888-1953). Einer der Schüler Miyagis war Tomoharu Kisaki (1921-1996). Kisaki war einer der Mitbegründer des 1954 erbauten Yuishinkan (Haus des Geistes) Dojo in Osaka.

Maßgeblich an der Karateentwicklung in Deutschland ist Fritz Nöpel (*1935) beteiligt. Fritz Nöpel unternahm als 19 jähriger eine Fahrradweltreise auf der er in Asien mit den Kampfkünsten in Kontakt kam. Er blieb in Japan und lernte von 1957 bis 1967 im Yuishinkan-Dojo von Tomoharu Kisaki Goju-Ryu Karate. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland (1967) gründete Fritz Nöpel das erste Goju-Ryu Dojo in Dortmund. In Anerkennung seiner Verdienste um das Karate-Do wurde Fritz Nöpel im Jahr 2007 vom DKV (Deutscher Karate Verbund) der 9. Dan verliehen. Das ist die höchste Graduierung, die bis dahin jemals einem Deutschen verliehen wurde. Selbst in Japan, dem Mutterland des Karate, ist dies alles andere als alltäglich.